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Im
Expertenforum findest Du vertiefende Erläuterungen zu der Methode, die
in der jeweiligen Gebetsstufe vorgeschlagen wird.
Das
Expertenforum wendet sich vor allem an Leiter von Gebetsexperimenten.
Vielleicht
wird Dir dadurch auch die Abfolge der Gebetsstufen klarer oder Du kannst
die Methoden besser in ihrem Sinn verstehen.

Berührung der Elemente
Entschuldigungsschreiben an Gott
Mein Credo
Erlebnis- und Gebetslandschaft
"Berührung
der Elemente"
Der Umgang mit den Grundelementen durch die Sinne Sehen, Riechen, Tasten
und Fühlen kann Jugendliche für den Umgang mit der Wirklichkeit sensibilisieren.
Zunächst geht es also um eine Schulung der Wahrnehmung. Angestrebt sind
nicht primär Gebete, sondern Texte, die eine Offenheit für die Komplexität
der Wirklichkeit ausdrücken, die einen naturwissenschaftlichen Zugang
des Messens und Berechnens übersteigt.
Der Leiter versucht die Teilnehmer anzuregen, durch die Begegnung mit
den Elementen eine eindimensionale Sicht des Menschen und der Welt zu
übersteigen. Der Mensch ist immer mehr als der Mensch: er ist in die
Natur eingebunden und Komponente dieser Natur. Die Welt, die heute kaum
mehr unmittelbar erfahren und "begriffen" wird, ist immer mehr als nur
Welt. Dieses Mehr kann auf der Stufe des "Schnupperns" unthematisch
bleiben. Der Katechet wird aber bereits hier Jesus Christus als Fluchtpunkt
aller Symbolik (etwa nach den Ich-bin-Worten des Johannesevangeliums)
im Bewußtsein haben.
Die Kraft der Ursymbole Wasser, Erde, Feuer und Luft liegt in ihrem
großen Transferpotential auf menschliche Grunderfahrungen. Sie bleiben
nicht rein äußerlich, sondern sind auch 'innere' Bilder, die stark affektiv
und emotional geladen sind. Das Christentum hat diese Urbilder von Anfang
an evangelisiert und in das Innerste des Menschen eingepflanzt.

"Entschuldigungsschreiben
an Gott"
Der hektische
Alltag mit seinen Aufgaben und Anforderungen an das Individuum läßt
wenig Raum für die Begegnung mit Gott in der Stille, in einem Moment
des Innehaltens oder im Gebet. Der Alltag ist die alles bestimmende
Norm, die unauffälligste Form sozialen Zwangs. Der Mensch wird gewissermaßen
auf das Diesseits vertröstet, auf ein radikales "In-der-Welt-Sein",
über das hinaus es nichts weiteres zu geben scheint.
Die Methode will den Teilnehmer einladen, sich diese alles absorbierende
Macht des Alltags in seinem Leben bewußt zu machen: Wie sieht die transzendenzverschlingende
Kraft der alltäglichen Routine bei mir ganz konkret aus?
Das entstehende
Gebet weist Parallelen zum Schuldbekenntis auf. Das Bekenntnis erfolgt
in Form einer persönlichen Situationsbeschreibung des alltäglichen Getriebes,
die Vergebungsbitte tritt als Bitte um eine Veränderung dieser Situation
auf. Zu beachten ist, daß das Entschuldigungsschreiben an Gott keine
Selbsterniedrigung des Beters bedeutet, sondern dieser im Bekenntnis
gerade die Akzeptanz Gottes erfährt und letztlich von diesem selbst
eine Veränderung der Situation erwartet.

"Mein
Credo"
Die Formulierung von eigenen Credos ist eine zentrale Herausforderung
für Menschen, die bewußt und reflektiert den Glauben in ihrem Leben
und in der Welt leben und verantworten wollen. Neben der Übereinstimmung
von Lehre und Leben ist die argumentative und rationale Stimmigkeit
des Bekenntnisses der jugendliche Gradmesser für christliche Glaubwürdigkeit.
Die große Anstrengung beim Formulieren liegt in der Spannung zwischen
geschichtlicher Überlieferung der Kirche als Gemeinschaft und der persönlichen
Glaubens- und Lebensdeutung von selbstbewußten Individuen.
Die Methode "Mein Credo" will einen Freiraum schaffen, in dem Jugendlichen
einerseits keine Denkvorgaben gemacht werden und kein starres Festhalten
an vorgegebenen Sprachschablonen abverlangt wird, andererseits aber
eine denkerische Sorgfalt und argumentative Redlichkeit eingefordert
wird, die die Überlieferung nicht einfach zu einem Spielball persönlicher
Befindlichkeiten degradiert. Der Freiraum erweist, daß Freiheit und
Verantwortung untrennbar zusammengehören.
Die entstehenden Glaubensbekenntnisse sind meist sehr persönlich formuliert
und prägen häufig sehr stark biographische Komponenten aus. Gott kommt
in seiner Bezogenheit auf das eigene Leben zum Ausdruck, ohne daß sich
der Beter einfach individuell selbst in seinem Tun und Glauben bestätigen
würde. Der überlieferte Glaube bleibt wichtiges Korrektiv eigener Vorstellungen,
mag der Beter auch eine ganz persönliche Bedeutungsskala von verschiedenen
Glaubensartikeln haben.

"Erlebnis-
und Gebetslandschaft"
Die Methode will zur Erkundung der inneren Erlebniswelten einladen.
Emotionalität gilt heute als Synonym für Authentizität und Wahrheit.
Deshalb produziert die Freizeitindustrie ständig neue, sich überbietende
Erlebnisangebote, die sich längst zu stumpfen Erlebnisroutinen entwickelt
haben. Hier soll es um die Wiederentdeckung und Wertschätzung der alltäglichen
Erfahrungen gehen.
Gerade die großen Mystiker haben vor einer Überschätzung der Emotion
in der Gebetserfahrung gewarnt. Allzuleicht werden die Gefühle zum einzigen
Gradmesser der Bedeutung religiöser Erfahrung. Die Methode will bei
bleibender Wertschätzung der Emotionalität Anregungen geben, das sprachlose
und punktuelle Erlebnis in den Gebeten zu einer tragenden Erfahrung
zu transformieren. Erlebnisse hat man, Erfahrungen macht man. Die in
die Methode eingebrachte biblische Substanz ist dabei als Korrektiv
gegen eine sich selbst verschlingende "Gefühlsduselei" verstehen.

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