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Schon vor Jahren wurden bei Veranstaltungen des Katholischen Jugendreferates Gebetswerkstätten durchgeführt. Eine wichtige Triebfeder des Projektes war der Erfolg der Gebetswerkstatt beim diözesanen BDKJ-Jugendtag am 20./21. Mai 2000 in Wernau. Seither wurden bei weiteren Veranstaltungen des Jugendreferates größere und kleinere Gebetsexperimente durchgeführt. Diese Gebetsexperimente gehen weiter.
GruppenleiterInnen formulieren ihr persönliches Credo. Nach einem lustigen Anspiel durch die Kursteamer, die das Glaubensbekenntnis in verschiedenen Rollen vorbeteten und damit die ganze Bandbreite verschiedener Glaubensweisen verdeutlichten, zogen sich alle eine Stunde zur Formulierung zurück.
Ausgehend von fiktiven Landkarten, die auf traditioneller Kartographie basieren, auf denen aber die üblichen Fluß- und Ortsnamen durch Begriffe ersetzt sind, die auf alltägliche Erfahrungen, Handlungen und Gefühlslagen Bezug nehmen, wurden Gebete geschrieben.
Die jungen Leute kombinierten zunächst gemäß dem Motto von Joseph Beuys: "Jeder Mensch ist ein Künstler!" alltägliche und spirituelle Gegenstände zu einer Skulptur, die mit Sofortbildkamera abgelichtet wurde. Inspiriert durch diese konkrete und zugleich symbolische Zusammenführung von 'Alltag' und 'Glaube' wurden dann Gebete getextet.
Hier wurde dieselbe Methode wie bei der gerade genannten Gebetswerkstatt angewendet.
Gebete zu den Elementen Nach einer kurzen Hinführung zur der Frage: "Was bedeutet für mich Gebet?" kamen die SchülerInnen mit den Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft in Berührung. Die Erfahrungen mit den Elementen werden in Texte und Gebete versprachlicht.
Verschiedene Methoden wurden erprobt. Eine Kleingruppe trug ihre TeilnehmerInnen mit dem Blick nach oben durch die Kirche St. Georg getragen. Die Eindrücke des Gewölbes floß in Gebete ein. Unter dem Leitwort "Himmel" entstanden so Visionen von einer besseren Welt.
Unter dem Motto "Klotzen, nicht kleckern!" wurden im Fackelschein mit Äxten große Holzklötze am Schömberger See bearbeitet. Die Figuren biblischer Seegeschichten wurden so handgreiflich geformt und in einem Happening in Szene gesetzt. Dann verdichteten die Künstler die Bibeltexte zu Gebeten.
Zu Bildern und Skulpturen von Bernhard Staudacher schrieben Mitglieder der SKLYINE-Projektgruppe Texte beschreibender, interpretierender und assoziativer Art. Es entstanden Texte zu einer Pilgerin, zu einer Ikone in herbstlichen Farben, zum Turmbau zu Babel, zu Nikodemus und anderen biblischen Bildern.
Bei der lyrisch-musischen Finissage zur Staudacher-Ausstellung wurden die Texte vorgetragen. Ein Text widmete sich dem Kopf der aus Zwetschgenholz gehauenen Pilgerin und sah ihn als Trichterkopf, Spaltkopf, Plattkopf und Hinterkopf - mit einer jeweils ambivalenten Deutung der Kopftypen zwischen Borniertheit und Offenheit.
Am ersten Suchzeitabend wurde das Gedanken- und Gebetbuch vorgestellt. Dieses ist immer eine Woche lang bei einem Suchzeitmitglied "zu Gast". Die jeweilige Person nimmt sich Zeit, eigene Texte, Gedanken und Gebete aufzuschreiben. Am Wochenende gibt sie das Buch dann nach einer Liste der nächsten weiter.
Die Gegebenheiten vor Ort waren Ausgangspunkt von Gebeten. In einem Zigarettengebet wünschte ein Beter, daß seine Träume wie Rauch zu Gott emporsteigen möchten. Die Bergpredigt und die Hüttenküche inspirierten andere zum Gebetsthema Salz und Würze. Alle Texte - auch der Bericht eines Wanderschuhs von seinem Aufstieg - bildeten zusammen einen Gottesdienst, der auf dem Balkon der Hütte im Angesicht einer grandiosen Bergkette gefeiert wurde.
Sechs Zimmer, vom Duft- und Farbraum über den Computerraum bis zum Kreuzraum, gaben methodisch abwechslungsreiche Anstöße zum Beten. Im Kuscheltierraum ließen die Teilnehmer die Tiere selbst zu Gott sprechen. So entstand etwa das Gebet einer Mücke, die in einem Text gegen ihre scheinbare Nutzlosigkeit ankämpfte.
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